«Markus Lanz und Richard David Precht sorgen für Entrüstung: „Querdenkern“ nach dem Mund geredet» – Ye Zal

Die Frankfurter Apotheken-Rundschau titelt: «Markus Lanz und Richard David Precht sorgen für Entrüstung: „Querdenkern“ nach dem Mund geredet».
Man muss ihr dafür dankbar sein, lässt es sich doch so spielend leicht ins Deutsche übersetzen: Lanz und Precht haben Recht – und DESHALB sollt ihr sie hassen. Ritterschlag complete. Wir Widerständigen, wir Grundrechte-Schwurbler und «My body, my choice»-Terroristen begrüßen also zwei Neuzugänge in unserer konspirativen Mitte.
«Moooment!», interveniert der um Widerstandshygiene Besorgte, als hätten wir, ausgerechnet im Jahr 2021, noch den Luxus, uns unsere Mitstreiter aussuchen zu können. «Precht, das ist doch dieser …»
— Ja, genau der. Und dennoch:
Sollte der Wandel des Richard David Precht (der «ALDI» unter den Philosoph*innen) ein authentischer sein, so ist er zu begrüßen. Man könnte auch sagen: Er hat das Pferd von hinten aufgezäumt, musste erst als Intellektueller geboren werden, um im Herbst seines Lebens die Vernunft, mithin das kleine Einmaleins zu entdecken. Dass er davon noch Anfang dieses Jahres so weit entfernt war wie Lauterbach vom Job als blend-a-med®-Model, bezeugte nicht zuletzt seine «solidarisch» verbrämte Corona-Staatsapologie «Von der Pflicht», die schon im Klappentext so tief ins Rektum der (körperbe)herrschenden Klasse vordrang, dass der Noch-bei-Trost-Normalbegabte allenfalls im Ganzkörperkondom weitergeblättert hätte (quasi Carl Schmitt für die Generation «Ich instagramme, also bin ich»).
Doch wer ist Precht – und wenn ja, wie viele? Denn offenbar konnte auch ihm nun nicht entgehen, dass es immer schon wesentliches Merkmal totalitärer Systeme war, eher früh als spät die Kinder auf dem Altar einer «neuen Menschwerdung» zu opfern. Die Positionierung Prechts GEGEN einen staatlich gelenkten Kindesmissbrauch will Qualitätsjournalist™ Mirko Schmid natürlich als handfesten Skandal verstanden wissen:
Es sei ja schlimm genug, wenn der Abtrünnige die Corona-Maßnahmen für mittlerweile unbegründet hält. «Doch nicht nur das. Precht sagt [auch], dass er „Kinder sowieso niemals impfen lassen“ würde» [1].
Donnerwetter, ein ganz schlimmer Finger, was?! Jetzt will er auch noch unsere Kinder schützen. Stellen solla sich! Krankes Schwein, weggesperrt gehört der! 🤡 #SatanischeUmkehrung says hi …
UNDER NEON LONELINESS – GESCHICHTE UND AMNESIE
«If you tolerate this, then your children will be next»: Ein anti-totalitäres Diktum linker wie gemäßigt konservativer Republikaner aus Zeiten des Spanischen Bürgerkriegs, welches im Jahr 1998 von einer der besten Bands der Welt, den Manic Street Preachers, aufgegriffen wurde. Doch sind Geschichte und (massenmedial forcierte) Amnesie bekanntlich siamesische Zwillinge. Und so darf für 2021 konstatiert werden: Wir wären dann wieder so weit. Ja mei, wer hätt’s denn ahnen können? Die Menetekel von einst, verblasst unter schillernden Leuchtreklamen, verstummt unter dem Perma-Rauschen postmodernen (Des)informationsflusses, der euch als «grenzenlose Kommunikation» verkauft wird, aber in Wahrheit nur das Selbstgespräch auf der Bühne «sozialer» Medien ist. Wir sind allein – welch Trost, dass die Welt uns dabei zuschauen kann.
DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN
Greift der omni-invasive Leviathan nach dem Leibe, dann auch nach eurer Leibesfrucht! Welch unerwartete Wendung, nicht? 😉 Doch wichtiger als die körperliche Unversehrtheit eurer Schutzbefohlenen ist euch eben, dass sie in deutschen Kitas und Schulen nicht dem schädlichen Einfluss «reaktionärer» Weltliteratur ausgesetzt sind (Pippi Langstrumpf, Mark Twain) und stattdessen frühzeitig an queer-sexuelle Schlafzimmerpraktiken sowie Halal’sche Ernährungspläne herangeführt werden. Man muss halt Prioritäten setzen.
Obschon Precht zweifellos ein eitler Pfau ist, dem der Klang seiner Stimme die rührendste aller Sinfonien ist – für die Aufrichtigkeit seiner Kritik gentherapeutischer Ein- und Übergriffe spricht: Als Corona-Blasphemiker hat er im boosterdeutschen Impfperium Sagrotanum alles zu verlieren, und nichts zu gewinnen. Der beifallverwöhnte Berufsnarzisst setzt sich der Gefahr des sozialen Exitus nicht ohne triftigen Grund aus. Was wir hier beobachten, ist vermutlich also nicht der sonst so virulente Opportunismus unserer B- und C-Prominenz, sondern womöglich – und endlich – die Menschwerdung des Richard David Precht. Der Zal gratuliert zum Geburtstag!
———
📖 Quellen
[1] «Markus Lanz und Richard David Precht sorgen für Entrüstung: „Querdenkern“ nach dem Mund geredet» (Frankfurter Rundschau, von Mirko Schmid, 01.11.2021)
Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „Markus Lanz und Richard David Precht sorgen für Entrüstung: „Querdenkern" nach dem Mund geredet Von Mirko Schmid Aktualisiert: :01.11.21-16:01 Richard David Precht verbreitet im Podcast mit Markus Lanz Meinungen, die "Querdenkern" gefallen könnten. Rolf Vennenbernd/dpa“
 
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